Brasilien Uganda Hilfe

Brasilien- und Uganda-Hilfe e.V.

Mädchenprojekt Uganda

Zusammenfassung

In Kampala, der Hauptstadt von Uganda starteten wir 2011 mit einem Mädchenprojekt. Wir haben bei einem Besuch in Kampala 2010 erfahren, dass Mädchen ein fünffaches Risiko für eine HIV/Aids-Infektion haben. Beatrice Lubega hat bei Mädchen, Erziehungspartnern, Lehrerinnen und kommunalen Beratungsstellen eine Befragung durchgeführt und ein Konzept wurde entworfen, das auf die spezielle Situation der Mädchen eingeht. Eine grossartige Anschubfinanzierung haben wir für das Projekt durch das Benefizkonzert von Jan Jiraczek von Arnim im September 2011 erhalten. Durch die Ergebnisse der Befragung ist es wichtig geworden, dass wir ein VorProjekt starteten: das sanitary-pads-programm.

1. Mädchenprojekt

    Ziel des Projekts ist es, die Mädchen zu stärken und sie vor HIV/Aids und vor Armut zu schützen, damit sie ein selbständiges und wirtschaftlich unabhängiges Leben führen können.
    Das Projekt
  • will sich der Sorgen der Mädchen annehmen und sie stärken
  • will Mädchen schützen vor geschlechtsspezifischen Nachteilen und Kinderarbeit
  • die Mädchen unterstützten in ihrem schulischen und beruflichen Weg
  • den Mädchen zu Selbstfindung und Selbstbestimmung verhelfen

2. Motivation, Gründe

Untersuchungen in ländlichen Regionen Afrikas haben ergeben, dass Mädchen im Alter von 15 und 16 bis zu fünf mal häufiger HIV-positiv sind als Jungs gleichen Alters. Ursache ist zum einen die größere Gefahr der Ansteckung, die in der Natur der Frau liegt, zum anderen ist es die Benachteiligung von Mädchen in den ländlichen Regionen. Denn hier sind Armut, Traditionen und ein Mangel an Infrastukturen und Dienstleistungen (Beratung, Aufklärung) vorherrschend. Dieses zeigt sich in einer Benachteiligung von Mädchen im Hinblick auf Haushaltsführung, Schulbesuche, fehlende berufliche Bildung und die frühe Übernahme von Verantwortung für die Geschwister.

3. Realisation, Verwirklichung

    Das Projekt startete im Frühjahr mit einer Bestandsaufnahme zur Situation von Mädchen. Befragt wurden
  • ca. 130 Mädchen und Jungen, von den 85 zur Schule und 45 nicht zur Schule gehen
  • 12 Lehrerinnen an Schulen
  • 32 Mütter oder andere Verantwortliche für unsere Kinder
  • 38 kommunale Leiter von Beratungsstellen mit frauenspezifischen Bereichen
  • nach dieser Befragung werden anhand der Auswertung die Elemente des Projekts konzipiert
Komponenten des Mädchenprojekts
    Girl-meetings von AWOFS im Resource-Center, betreut von AWOFS-Mitarbeitern
  • Mädchen aus unserem Patenschaftsprogramm zusammenführen
  • Gesprächsrunden für Mädchen ermöglichen
  • in Spiel und im Austausch mädchenspezifische Stärken herausarbeiten
  • Diskussionsverhalten erlernen
  • mit den Mädchen Chancen und Möglichkeiten für ihre Lebensführung erarbeiten
  • regelmäßige Treffen, um Informationen weiterzugeben z.B. zu Pupertät, Schwangerschaften, HIV/Aids, Geschlechtskrankheiten und andere erwünschte Themen
    HIV/Aids-Prgramm in einem 2-tägige Training im Resource-Center, mit einer ausgebildeten kommunalen Sozialarbeiterin, Wiederholungstag ca. 6-9 Monate später
  • die Mädchen informieren über Aufklärung und HIV/Aids
  • Ansteckungsgefahren von HIV und Folgen aufzeigen
  • Wirkung und die belastenden Auswirkungen der Anti-Aidsmedikamente erläutern
  • informieren über Teenagerschwangerschaft, Verantwortung gegenüber einem Kind, Abtreibung und deren gesundheitlichen Folgen, etc.
  • ihnen Wissen und Vertrauen geben, dass sie riskantes Verhalten vermeiden
  • Mädchen in ihren beratenden Fähigkeiten stärken
    Berufliche Qualifizierung ermöglichen
  • Mädchen, die nicht zur Schule gehen, über Möglichkeiten und Notwendigkeit der wirtschaftlichen Selbständigkeit aufklären
  • berufliche Perspektiven vermitteln und Qualifizierung ermöglichen
    Girl-clubs an Schulen gründen, betreut von AWOFS-Mitarbeitern
  • Gesprächsrunden für Mädchen ermöglichen
  • Herausarbeiten von Stärken
  • mit den Mädchen Chancen und Möglichkeiten für ihre Lebensführung erarbeiten
  • regelmäßige Treffen, um Informationen weiterzugeben z.B. zu Pupertät, Schwangerschaften, HIV/Aids, Geschlechtskrankheiten
  • Zusammenarbeit mit den Lehrkräften
    Mütter-Club gründen
  • zur Betreuung und Unterstützung der Mädchen
    Öffentlichkeitsarbeit
  • um kulturgebundene Begrenzungen in der Erziehung der Mädchen zu hinterfragen
  • die Kommunen auf den sozialen und ökonomischen Wert der Erziehung von Mädchen hinweisen
  • Teilnahme an Kampagnen auf regionaler und nationaler Ebene wie z.B. Internationaler Frauentag, WorldAids-Tag, Tag des afrikanischen Kindes, etc
    Aktuelles und Dringliches
  • durch die Befragung hatte sich herausgestellt, dass es den Mädchen ganz dringend an Sanitärartikeln für die monatliche Hygiene fehlt
  • dieses ist mit ein Grund, warum sie oft der Schule fern bleiben
  • deshalb hat der Vorstand des Vereins auf Anfrage und Anraten von Beatrice Lubega dieses Problem zu einem Sofort-Projekt erklärt und die Versorgung von 200 Mädchen mit 1.600 Euro unterstützt
  • für 8 Euro können wir einem Mädchen aus großen Schwierigkeiten helfen

4. Finanzierung/Partner

Eine grossartige Anschubfinanzierung haben wir für das Projekt durch das Benefizkonzert von Jan Jiraczek von Arnim im September 2011 erhalten. In der ausverkauften Kirche haben wir durch das Konzert rund 4.800 Euro eingenommen.
Zum Start des sanitary-pads-Projekt haben wir die Erlöse vom Weihnachtsbasar eingesetzt. Dafür haben Frauen aus der Kreativen Runde mit netten Geschenkideen und das Adventsgesteckbinde-Team sowie die Ministranten und ein Kaffeeküchenteam für adventliche Stimmung und Einnahmen in Höhe von rund 2800 Euro zu Gunsten des Projekts gesorgt. Damit wurden Stoffe und zwei Nähmaschinen angeschafft.

5. Aktueller Stand

Für das sanitary-pads-Projekt wurde mithilfe einer Internet-Adventskalender-Verkauf auf Dawanda u.a. ermöglicht, dass 400 Mädchen ganzjährig mit Binden versorgt werden können. Doch diese Möglichkeit weiteren Mädchen anzubieten, würde jeder Einzelnen das Leben erleichtern!

Im Mädchenprojekt übernahm ein Annet Nabawa - auch ein ehemaliges Patenkind - die inzwischen die Hochschule als Sozialarbeiterin abgeschlossen hat, zusammen mit Beatrice Lubega die weitere Konzipierung und erste Massnahmen der Umsetzung.

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